Eine Velotour durch Frankreich
Nachdem mir der neue “Zar” einmal mehr einen Strich durch die Reisepläne gemacht hatte, entschied ich mich im April 2022 kurzfristig für eine Tour von der franz. Atlantik-Küste bis nach Hause:
In 16 Etappen von Bordeaux aus kreuz und quer durch das südliche Frankreich mit Endziel im luzernischen Geuensee.
Der Link zum Google-Photoalbum dieser Reise: France 2022
Ein Kurzbeschrieb mit Bildern folgt hier


Nachdem mir der neue “Zar” einmal mehr einen Strich durch die Reisepläne gemacht hatte, entschied ich mich im April 2022 kurzfristig für eine Tour von der franz. Atlantik-Küste bis nach Hause:
In 16 Etappen von Bordeaux aus kreuz und quer durch das südliche Frankreich mit Endziel im luzernischen Geuensee.
Der Link zum Google-Photoalbum dieser Reise: France 2022
Ein Kurzbeschrieb mit Bildern folgt hier 6.Juni:
Flug mit SWISS Zürich – Bordeaux (eigenes Velo im SWISS-Velokarton). Kurze Velofahrt ins Stadtzentrum zu einfachem, aber absolut genügendem Hotel nahe dem historischem Zentrum; erstes Sightseeing zu Fuss.
7.Juni:
Erstes Kennenlernen der Stadt mit einer HopOn-HopOff-Tour und anschliessend gezielte Rundtour auf dem eigenen Velo zu besonders interessanten Orten: rund um die Cathédrale St.-André / Place de la Bourse / Pont de pierre / die Quais entlang der Garonne / la “Cité du Vin” mit Umgebung (tolle moderne Architektur!); Pont Chaban-Delmas / das alternative “Centre Darwin” im Stadtteil La Bastide (absolut lohnend !) / . . . und zum Ausklang am späten Abend auf der Place Juillan vor dem Bistro “Chez Fred” bei gutem Wein die Stimmung geniessen . . .
8.Juni:
Nach starkem Regen Start der Reise vom Quai Louis XVIII ans Ostufer der Garonne auf signalisierten Radwegen (z.T. ehemaliges Bahntrassée mit beleuchteten Tunnels) nach Créon; teilweise wieder starker Regen und dank verpasster Abzweigung rund 13 km nochmals retour über Hügel bei St,Jaques de Blaignat endlich an die Dordogne und wieder gemütlicher dem Fluss entlang schliesslich zum Tagesziel Bergerac (“Cyrano de Bergerac” mit der langen Nase!). Dafür sehr gute Erholung bei meinem “Warmshower”-Gastgeber François!
Bordeaux – Bergerac
9.Juni
Nach kurzer Stadtführung durch François und eigener Verlängerung gegen Mittag Weiterfahrt, bis Groléjac meistens idyllisch der Dordogne entlang, mit Abkürzungen der langen Fluss-Schlaufen über steile, aber kurze Hügel. Ab Groléjac hügelig 12 km südwärts nach Payrignac, aber die anvisierte Unterkunft liegt in einem abgelegenen Ortsteil 200 m höher mit absurder Hausnummerierung im Wald, und so dämmert es einmal mehr bis zur Erreichung des Ziels: EKOWUM, sehr schön und gemütlich!
Bergerac – Payrignac
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10.Juni
Zum hübschen Städtchen Gourdon auf einer Hügelkuppe mit toller Rundsicht. Mit viel Auf und ab bis Cabretets und weiter flach dem Flüsschen Célé entlang nach Figeac. Zum Glück kommt mich die Betreiberin des bnb “Casino” mit dem Auto abholen, denn die Unterkunft liegt abgelegen in der Höhe – ein schloss-ähnlicher alter Landsitz, vornehm und trotzdem fast billig und gemütlich!
Figeac – La-Florentin-la-capelle
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11.Juni
Zum Start nach steiler Talfahrt Besuch des vor rund 45 Jahren erstmals besuchten Städtchens Figeac mit buntem Samstagsmarkt, bunten Häusern und stillen Gassen. Über einen kleinen Hügel an den Lot: Start zu einer der malerischsten Etappe der ganzen Tor: 65 km durch die Gorge du Lot, zwischen steilen Felswänden und dichtem Wald mit vielen Kastanienbäumen, meistens auf der route départementale, mit geringem Verkehr und kaum merkbarer Steigung über Entraygues hinaus immer dem Fluss entlang und schliesslich im letzten Tageslicht auf der steilen Nebenstrasse Richtung Florentin-la-capelle zum “Le Casino” hinauf, ein ganz kleines Paradies inmitten von Wald, Garten und Blumen und Aussicht über die fast urwaldähnlichen Wälder des Tals. Ein Ort zum Verweilen und alles vergessen . .
Figeac – La-Florentin-la-capelle
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12.Juni
Weiter auf der RD 920 nach Estaing, Station des franz.Jakobsweges “Via Podiensis (GR 59) mit Wallfahrtskirche, dem Schloss der Familie Estaing (u.a. franz. Premierminister um 1990) und historischer Brücke über den Lot. In Espalion mitten durch das “Festival des bandes”, ein jährliches Blasmusik-Festival mit fetzigen Gruppen (für mich natürlich längere Pause!). Aber dann in der Mittagshitze endlos aufwärts zum markanten Felskopf von Roquelaure, zur Erholung jedoch gemütlich weiter bis Saint-Côme-d’Olt. Über die in den südlichen Ausläufern des Central-Massivs typischen “Causses” mit Tälchen und oft steilen Zwischenaufstiegen schliesslich mit toller Aussicht in steiler Abfahrt nach Boyne am Tarn, dem zweiten Hauptfluss der Region. Das einzige Hotel steht vor der Schliessung, aber das letzte der beiden noch offenen Zimmer reicht für mich nach einem Nachtessen im “Cardabelles” zum Schlafen
Figeac-La-Florentin-la-capelle
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Saint-Come-dOlt-Boyne

13.Juni
Durch die zweite malerische Schlucht, ebenso wild und schön wie die Gorge du Lot:das Städtchen Le Rozier mit den vielen Vogelnestern in den Felslöchern (Uferschwalben?), In Les Vignes Espresso und Gipfeli auf der Terrasse über dem Tarn, am Pas de Soucy Besteigung des Felskopfs an der engsten Stelle des Tarn mit Blick in den tosenden Wildbach hinunter und zu den bekannten Kletterfelsen der Schlucht, Sainte-Énimie …. und nach 61 km in Quézat einen ausgiebige Siesta vor dem Steilaufstig ( 8 – 12%) zum Col de Montmirat (1046 m). Über die steppenartige Causse de Sauveterre folgt nocvhmals eine kurze Abfahrt ins Tal des Bramant und ab Balsiège auf der Hauptstrasse mit viel Verkehr nach Mende und damit nach 2 Tagen wieder zurück an den Lot.
Boyne – Mende
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14.Juni
Nachdem ich vor 2 Tagen ab Figeac wegen der Gorge du Tarn die südliche meiner beiden vorbereiteten Etappen eingeschlagen habe, reizen mich nun doch auch noch die ehemaligen Vulkane der südlichen Auvergne mit Ausgangspunkt Aurillac. Auf Nebenstrassen und Waldwegen (mit einem Abschnitt von 13% Steigung!) erreiche ich nach 26 km das Städtchen Marvejols und damit eine Bahnlinie Richtung Aurillac. Ab Neussargue geht’s aber nur noch mit dem Bus weiter, aber der Velotransport ist auch damit gewährleistet. In Aurillac habe ich genügend Zeit für die Besichtigung der reizenden Stadt, Hauptort des Département Cantal und Zentrum der Produktion von zahlreichen Käsesorten ( . . . . ). Zu Gast bin ich wieder einmal bei einem “Warmshower”, der sich als skurriler Messie erweist – aber auch das muss man einmal so richtig erfahren haben . . .
Mende-Marvejols
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15.Juni
Statt des am Abend
versprochenen Morgenessens finde ich frühmorgens das unveränderte Chaos von gestern und ausser den vielen Katzen keine lebende Seele; unten im Stadtzentrum öffnen die ersten Cafés, und nach 2 Espressi und pain au chocolat kann ich gestärkt der Jordanne entlang nordostwärts starten. Ein sehr schönes Tal mit Wiesen und Weiden zwischen meist bewaldeten Höhen. die ersten 25 km bis Saint Julien und Mandailles sind noch gemütlich, aber dann wird es häufig 7 – 12 % steil mit nur kurzen Abschnitten von weniger als 5% zur Vorbereitung auf die nächste Herausforderung. Nach jedem Kilometer künden Tafeln die durchschnittliche Steigung des folgenden Abschnittes an. Immerhin hat es um diese frühe Zeit sehr wenig Verkehr. Nach 2 Stunden ist’s geschafft: der Col du Pas de Peyrol (1’589 m.ü.M.), höchster Passübergang des Massif Central. Für die Aussicht steige ich auch noch zu Fuss auf den Puy Mary (1’783 m), wie alle Hügel der Region mit der typischen Form von ehemaligen Vulkanen. Bis Dienne kann ich die Abfahrt geniessen, aber dann folgen über Allanche nochmals Hügel und Hochebenen bis zur Abfahrt gegen Massiac.
Aurillac – Massiac.
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16.Juni
Nach dem Vulkan-Abstecher ziele ich heute wieder die südliche Variante meiner Tour mit dem Etappenort Le Puy-en-Velay an, also quer durch das südöstliche Massif Central. Hügelig geht es zunächst 30 km bis an das den Fluss Allier, mit dem in einer malerischen Fluss-Schleife liegenden mittelalterlichen Städtchen Lavoûte-Chilhac mit dem mächtigen ehemaligen Kloster und danach 35 km dem Allier entlang bis Chanteuges. Nochmals 20 km zum Teil steil aufwärts und aus der gewellten Hochebene langsam abwärts, bis endlich die Wahrzeichen meines heutigen Ziels am Horizont auftauchen: die beiden ehemaligen Vulkanschlote (“Puys”) , der von der mittelalterlichen Kirche gekrönte Rocher de St.Michel und der Rocher Corneille mit der 16 m hohen metallenen Marien-Statue.
Massiav – Langeac – Le-Puy-en-Velay..
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17. Juni
Ruhetag und Sightseeing: Aufstieg über 268 Stufen zur schlichten und sehr sehenswerten Kirche “Sankt Michael auf der Nadel” / die mächtige Kathedrale St.Jaques mit sehr schönem Kreuzgang und vielen Nebengebäuden, Wallfahrtskirche und Starpunkt des vor einigen Tagen schon in Estaing gekreuzten französischen Jakobswegs / die stattlichen Bürgerhäuser in den engen Gassen des historischen Zentrums / Boutiquen mit Klöppelwerkstätten und Linsen-Produkten, beides Spezialitäten der Region / . . .
und abends im ruhigen Hotelgarten prüfen der verschiedenen Varianten für die Fortsetzung der Tour
18.Juni
Heute ziele ich die Industristadt St.Etienne an. Durch ein enges Tal führt die Strasse zunächst 15 km durch eine enge Schlucht der jungen Loire entlang . Ab Lavoûte wähle ich die zwar anstrengend, aber nur wenig Verkehr aufweisende Bergvariante und stosse erst in Chamalière wieder auf die Loire. Bis St.Paul-en-Cornillon folgt meistens nur die Bahnlinie dem Fluss, und die Strasse weicht immer wieder über die angrenzenden Höhen aus. Ab Firminy halte ich die grossen Gebäude am Horizont schon für Aussenquartiere von St Etienn, muss mir die eigentliche Stadt noch mit einem Aufstieg in der Nachmittagshitze zur Autobahn erkämpfen, bevor ich nach steiler Abfahrt im Zentrum mit einer Mischung aus Gebäuden der Empire-Zeit und moderner Stahl- und Glas-Architektur ankomme. Gleich von Beginn an eine fasziniernde Stadt, pulsierend und mit reichhaltigem Kultur-Angebot.
Le-Puy-en-Velay – Saint-Etienne
19.Juni
Sonntagmorgen, um halb acht fast leere Strassen. Das riesige Decathlon-Zentrum mit der Chromstahl-Figur “La Magie de Lucie” von David Mesguich ist auch als architektonischer Komplex ein Blickfang. Nach nur 6 km sanftem Anstieg ist bei St-Jean-Bonnefonds bereits die Wasserscheide zwischen Loire und Rhone erreicht, und es geht auf Prinz-Strassen vorerst sanft abwärts. Mit Beginn der Rhone-Ebene in Saint-Romain-en-Gier wird es vorübergehend aber abenteuerlich: nach Unterquerung der Autobahn durch einen engen Durchlass verliert sich die Wegspur (trotz vorhergehendem Radwegschild) in einem Dickicht aus Japan-Knöterich mit teilweise bis 10 cm dicken Ästen, die sich auch immer wieder am Gepäck oder in den Radspeichen verfangen. Da im komoot aber nach ca. 200 m einen Strasse folgen soll, nehme ich den Kampf trotzdem auf und erreiche völlig verkratzt schliesslich wieder fahrbares Gelände. Die restlichen 30 km verlaufen schon bald auf dem offiziellen Rhone-Radweg neben oder auf der Hauptstrasse mit teilweise Sicht auf die Rhone durch Vororte oder Industrie-Areale bis zur Einfahrt nach Lyon mit dem modernen Kunstmuseum an der Mündung der Saône in die Rhone und schliesslich auf der schönen Uferpromenade ins historische Stadtzentrum. Die Zeit reicht für eine Sightseeing-Tour (HopOn-HopOff) und per Velo zu einigen vor allem historischen Plätzen.
Saint-Etienne – Lyon
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20.Juni
Für die Fortsetzung wähle ich nun definitiv meine Variante “Nord” über Pontarlier um so auch endlich einmal die Weiherlandschaft der “Bresse” kennen zu lernen. Im Stadtteil der eindrückliche Militärfriedhof “La Doua”, dann gemütlich durch die parkähnliche Gegend am “Lac des Eaux Bleues” mit den Mäandern der alte Rhone. In Miribel gehts steil hinauf auf das Plateau der Bresse in eine völlig andere Landschaft: Landwirtschaftsflächen mit Weizen, Mais, Wiesen, Gemüsefelder, etwas Wald und ab und zu ein kleines Dorf. Viele der ehemaligen Weiher sind trocken oder sogar Landwirtschaftsflächen gewichen, aber bei einigen wird auch aktiv Fischzucht und Fischhandel betrieben. Ziel ist heute das malerische Städtchen Bour-en-Bresse, wo ich wieder bei einem “Warmshower” übernachten kann. Es reicht sogar für ein Bad im “Bassin de Bouvanc”.
Lyon – Saint-Nizier-le-desert
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21.Juni
Es wird allmählich hügeliger, aber immer noch gemütlich. Im Osten werden die ersten Jurahöhen sichtbar. Immer häufiger erscheinen in Hanglagen auch Reben und Tafeln mit Hinweisen auf Kellereien mit den bekannten Weinen (Côte du Jura). Das Städtchen Lons-le-Saunier bezeichnet sich als “Capitale du Jura” und lohnt den Besuch.
Eigentlich wäre mein heutiges Ziel Champagnole, aber meine dortige Warmshower-Gastgeberin meldet, dass sie in Poligny sei und ich dort übernachten könne. So geht es eben nun auf der verkehrsreicheren, aber dafür weniger hügeligen Hauptstrasse noch 37 km in dieses hübsche Städtchen am Fuss der Jurahöhen. Meine Gastgeberin Marine holt mich sogar vor der Kirche Sainte-Hippolyte ab, wo ich es gleich bei der Ankunft vom Regen durchnässt noch in ein Orgelkonzert schaffte. Und nach der wärmenden Dusche konnten wir den Abend in den engen Gassen noch bei Live-Musik anlässlich des Stadtfestes geniessen.
20.Juni
Für die Fortsetzung wähle ich nun definitiv meine Variante “Nord” über Pontarlier um so auch endlich einmal die Weiherlandschaft der “Bresse” kennen zu lernen. Im Stadtteil der eindrückliche Militärfriedhof “La Doua”, dann gemütlich durch die parkähnliche Gegend am “Lac des Eaux Bleues” mit den Mäandern der alte Rhone. In Miribel gehts steil hinauf auf das Plateau der Bresse in eine völlig andere Landschaft: Landwirtschaftsflächen mit Weizen, Mais, Wiesen, Gemüsefelder, etwas Wald und ab und zu ein kleines Dorf. Viele der ehemaligen Weiher sind trocken oder sogar Landwirtschaftsflächen gewichen, aber bei einigen wird auch aktiv Fischzucht und Fischhandel betrieben. Ziel ist heute das malerische Städtchen Bour-en-Bresse, wo ich wieder bei einem “Warmshower” übernachten kann. Es reicht sogar für ein Bad im “Bassin de Bouvanc”.
( https://www.komoot.de/tour/816919538 (unvollständig))
21.Juni
Es wird allmählich hügeliger, aber immer noch gemütlich. Im Osten werden die ersten Jurahöhen sichtbar. Immer häufiger erscheinen in Hanglagen auch Reben und Tafeln mit Hinweisen auf Kellereien mit den bekannten Weinen (Côte du Jura). Das Städtchen Lons-le-Saunier bezeichnet sich als “Capitale du Jura” und lohnt den Besuch.
Eigentlich wäre mein heutiges Ziel Champagnole, aber meine dortige Warmshower-Gastgeberin meldet, dass sie in Poligny sei und ich dort übernachten könne. So geht es eben nun auf der verkehrsreicheren, aber dafür weniger hügeligen Hauptstrasse noch 37 km in dieses hübsche Städtchen am Fuss der Jurahöhen. Meine Gastgeberin Marine holt mich sogar vor der Kirche Sainte-Hippolyte ab, wo ich es gleich bei der Ankunft vom Regen durchnässt noch in ein Orgelkonzert schaffte. Und nach der wärmenden Dusche konnten wir den Abend in den engen Gassen noch bei Live-Musik anlässlich des Stadtfestes geniessen.
( https://www.komoot.de/tour/816919272 )
22.Juni
Heute geht’s definitiv in den Jura, als zu Beginn gleich mal steil aufwärts, zum Teil auch mit viel Verkehr. Aber schon nach knapp 9 km kann ich auf einsamen Strassen und Waldwegen die Ruhe der ausgedehnten Wälder und Weiden und einsamen Höfen mit nur vereinzelten Dörfern geniessen. Erst auf den letzten 10 km fahre ich wieder im Bereich von grösseren Verkehrsstrassen und erreich gerade mit Beginn eines sintflutartigen Gewitters am Rande der grossen Hochebene die Stadt Pontarlier am Oberlauf des Doubs, einstiges Zentrum der Absinth-Produktion.
Poligny – Pontarlier
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23.Juni
Zum Star nochmals eine kurze Stadtbesichtigung mit einem Espresso und einem Croissant, dann gehts los. Dem Doubs entlang durch die enge Klus des Chàteu de Joux kann ich schon nach 5 km den dichten Verkehr verlassen und im breiten Hochtal von Les Verrières zur Grenze abzweigen. Ausser den verlassenen Zollgebäuden merkt man von der Grenze allerdings nichts, nicht einmal Geld wechseln kann ich, denn auch das einzige Restaurant ist geschlossen. Die Steilstufe nach Fleurier hinunter ist eine rassige Abfahrt auf guter Nebenstrasse. Für die zweite Steilstufe unterhalb Noiraigue, die eigentliche Areuse-Schlucht, wähle ich im (nicht mehr jugendlichen) Leichtsinn den Fussweg, was aber selbst mit einem Mountainbike und ohne Gepäck noch eine rechte Herausforderung wäre. Immerhin sturzfrei komme ich schliesslich oberhalb Boudry wieder auf normal fahrbare Wege und weiter gemütlich dem Ufers des Sees entlang Neuenburg. Die zweite Hälfte der heutigen Etappe ist bis Galmitz gemütlich und flach, aber ab hier über Mühleberg lerne ich die Umgebung der Hauptstadt doch noch als sehr hügelig kennen. Und als Krönung beginnt auf den letzten Kilometern vor dem Paul-Klee-Zentrum auch wieder ein Wolkenbruch, der einen halbe Stunde lang fast den gesamten Verkehr lahmlegt. Umso willkommener ist für mich nach 120 km die warme Dusche und das feine Nachtessen bei meinem Bruder!
Pontarlier – Bern
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24.Juni
Zur letzten Etappe! Über Münchenbuchsee und Rapperswil komme ich nach 27 km und zwei kleineren Hügeln im Städtchen Büren an der Aare an. Die Fortsetzung aareabwärts wird leider immer wieder durch heftig Regenschauer unterbrochen. Diese verschaffen mir aber auch längere Kaffee-Halte und Besichtigungen in Altreu, Solothurn und Wiedlisbach. Den Wunsch , ab Flumenthal wieder direkt der Aare entlang fahren zu können, bezahle ich ab dem Bärnerschache mit einem steilen Aufstieg über eine vom Regen aufgeweichte lehmige Schotterpiste, was fürs Weiterfahren zuerst mal eine gründliche Reinigung erfordert. Beim letzten Stop am Bahnhof Oensingen hört der Regen schliesslich auch nach einstündigem Warten nicht auf; schweren Herzens muss ich für den Abschluss der Frankreich Tour noch die Bahn nehmen. Als 3 km vor Sursee unerwartet doch wieder blaue Flecken am Himmel auftauchen, packe ich aber nochmals mein Velo und fahre etwas erleichtert quer über das Surental ans endgültige Ziel in Geuensee
Bern – Oensingen (Rest wegen Regen per Bahn!)
Und zum Schluss die Strecken-Übersicht:


